Beschluss des Präsidiums

Heute gab es einen Beschluss vom Präsidium, der auch über Email an alle Studierenden der Universität verschickt worden ist. Darin fordert der Präsident „die Besetzer auf, Lehrveranstaltungen nicht weiter zu verhindern. Andernfalls wird er die Räumung veranlassen und Anzeige wegen Hausfriedensbruch stellen.“ (unten ist der ganze Beschluss zu lesen)

Nach unseren Informationen wurde Frau Beier (Pressestelle der Universität) von einem NDR Reporter um ca. 12Uhr (20.11.) explizit nach Räumungsabsichten befragt. Nach ihrer Aussage ist derzeit keine Räumung beabsichtigt!

„Beschluss des Präsidiums der Leibniz Universität Hannover vom 20. November 2009

1. Das Präsidium der Leibniz Universität Hannover hat Verständnis für die Anliegen der Studierenden, insbesondere was die derzeitige Studiensituation betrifft.

2. Es ist jederzeit bereit, über diese Situation mit den Studierenden zu diskutieren, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und diese – soweit es der Hochschule selbst möglich ist – auch umzusetzen.

3. Besetzungen von Hörsälen sind kein geeignetes Mittel, um Forderungen durchsetzen. Die Verhinderungen von Lehrveranstaltungen treffen vor allen die Erst- und Drittsemester großer Studiengänge, und eine überwältigende Mehrheit der Betroffenen hat dafür kein Verständnis.

4. Der Präsident fordert deshalb die Besetzer nachdrücklich auf, Lehrveranstaltungen nicht weiter zu verhindern. Andernfalls wird er die Räumung veranlassen und Anzeige wegen Hausfriedensbruch stellen.“


7 Antworten auf „Beschluss des Präsidiums“


  1. 1 Name (notwendig) 20. November 2009 um 14:55 Uhr

    Danke liebes Präsidium für euren Beschluss. Danke für euer *Verständnis* und eure *Gesprächsbereitschaft*.
    Leider hat die Vergangenheit gezeigt, dass Gespräche lediglich als Alibi dienen. Änderungen gab es nicht und wurden auch nie ernsthaft in Betracht gezogen.
    Die Diskreditierung des *für nachvollziehbar erachteten* Protests zeigt das Gegenteil.
    Wäre Gesprächsbereitschaft da, würde nicht nach zwei Tagen mit Hausfriedensbruch gedroht. (siehe Potsdam)

    Dennoch sollte sich das Plenum mit dem *Gesprächsangebot*, d.h. uniinternen Forderungen auseinandersetzen. Montag vormittag wäre ein guter Zeitpunkt um im Audimax solch eine Diskussion zu führen. Die Studierenden, die dort ihre Vorlesungen geniessen wollen können sich einbringen und die Dozierenden ebenfalls.
    Dann zeigt sich, wie ernst die *Gesprächsbereitschaft* gemeint ist und wer den *Frieden* im Haus stört.

  2. 2 Willy 20. November 2009 um 22:20 Uhr

    Nur 1,73 % der Studierenden an der Uni Hannover haben für eine Besetzung der Uni gestimmt. De facto ist daher die Entscheidung nicht demokratisch legitimiert und stellt daher durchaus einen Bruch des „Friedens“ dar.

  3. 3 Kuanor 20. November 2009 um 22:57 Uhr

    @ Willy:
    Du kennst das Argument. Die VV war groß angekündigt, für die notorisch blinden und die ihren Spamschutz nicht unter Kontrolle haben sogar als großes Plakat über dem Haupteingang.
    Es besteht jederzeit die Möglichkeit, mit mehreren 100 Leuten (auch keine 2%) hinzugehen und bei einem beliebigen Plenum für eine sofortige Beendigung zu stimmen. Scheinbar ist es den Leuten aber zu egal.

    Letztendlich versucht die Besetzung z.Z. konstruktiv zu sein und den Präsidenten einzuladen. Es wäre übrigens schon viel damit getan, wenn ein paar Leute von den restlichen 99% Studierenden einfach mal hingehen würden und dafür stimmen, das Quasi-Vorlesungsverbot aufzuweichen, sonst bin ich dort fast alleine. Es sind nicht bloß irgendwelche bekifften Punks dort im Audimax, geht mal selbst hin und werdet konstruktiv.

  4. 4 abc 21. November 2009 um 9:16 Uhr

    @ Kuanor

    Sollte sich das Thema „Öffnung für Vorlesungen“ durch die Arbeit des AK Vorlesungsverlegung nicht momentan erledigt haben?

  5. 5 Kuanor 21. November 2009 um 12:24 Uhr

    Ja, richtig. Aber bei den großen Ersi-Vorlesungen bleibt das Problem bestehen. Oder mir sind die Möglichkeiten des AKs einfach nicht klar, dann kläre mich auf.
    Ich finde allerdings immer noch, dass man die Audimax-Veranstaltungen für Werbung und Aufklärung nutzen hätte sollen, statt die Leute von dort zu vertreiben.

  6. 6 moi 21. November 2009 um 14:02 Uhr

    Ich hatte eigentlich auch im Kopf dass alle Vorlesungen bis auf die mathematik-Vorlesung am Mittwoch von 10-12 in andere Räume verlegt wurden.
    Damit ist das Argument „Ausfall von Veranstaltungen“ doch wohl erledigt.
    Wobei ich immernoch nicht ganz verstehen kann, warum wir als Studierende in der Lage sind eine solche Raumänderung zu organisieren, während die Unileitung dazu nach eigener Aussage nicht fähig ist.

    Zudem sollen, soweit mein Kenntnisstand, zusätzlich Veranstaltungen stattfinden, wie Tutorien (bei Mathematik hat sich soweit ich weiß da schon jemand bereit erklärt) und Vorträge, die teilweise dem Thema angepasst sind (SoWi und PolWi hab ich jetzt gehört, dass da Dozierende bereit sind, sowie eine Dozierender der Mathematik würde eine Vorlesung zum Thema „ästetik der Mathematik“ halten).

    Was die VV angeht, sie ist das höchste Gremium der Studenten an dieser Uni, wenn wir solche Dinge nicht da beschließen sollen, wo dann?
    1. es war wirklich groß überall plakatiert+ Emails+Flyer…also wenn die Damen und Herren dann nicht hingehen und ihre Meinung sagen, ist das nicht die Schuld der Anwesenden.
    Wenn all jene, die sich nun beschweren, da gewesen wären, hätte der beschluss vielleicht anders ausgesehen.
    So aber besteht eine Legitimierung vom höchsten Gremium der Studenten, FÜR die Besetzung.
    Wer seine hochverehrten vier Buchstaben nicht hochkriegt, kann nicht erwarten, dass die anderen für ihn richtig entscheiden.

  1. 1 Offener Brief an Präsidium: Unser Audimax « unsereunihannover Pingback am 20. November 2009 um 22:23 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.